September 29, 2020

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Wie ältere Personen von automatisierten Fahrtechnologien profitieren

Forscher*innen des AIT untersuchen die Anforderungen und Akzeptanzfaktoren des altersgerechten automatisierten Fahrens

Eine neue Studie des AIT Austrian Institute of Technology widmete sich den Möglichkeiten, Barrieren und Auswirkungen von automatisierter Mobilität aus Sicht von älteren Menschen und analysierte die Anforderungen und die Akzeptanzfaktoren des altersgerechten automatisierten Fahrens. Dabei wurden die verschiedenen Rollen älterer Menschen, etwa als Fahrer*innen, Passagier*innen oder als Fußgänger*innen, betrachtet sowie die relevanten Kontextfaktoren systematisch untersucht.

Älterer Personen sind offen für automatisierte Mobilität

Mit Hilfe einer qualitativen Akzeptanzanalyse wurden die Bedenken der älteren Personen erhoben sowie die Potenziale der altersgerechten automatisierten Mobilität untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Personen den größten Wert der Automatisierung in der Mobilität, unabhängig von der eigenen Fahrtüchtigkeit, sehen. Im hochautomatisierte Individualverkehr wird das eigene Auto zum Chauffeur, wodurch Fahrten mit hohem Komfort und ohne die Notwendigkeit von Fahrtüchtigkeit erlaubt wird. Ein weiterer Vorteil wird in der Entlastung und dadurch im „stressfreien Fahren“ gesehen, allerdings nur dann, wenn es sich wirklich um eine Entlastung handelt. Die Studienteilnehmer*innen befürchteten, dass sie schnell durch das neue System überfordert sein könnten.

Bedenken bei der Kommunikation automatisierter Fahrzeuge mit dem Menschen

Die Akzeptanzanalyse mit zukünftigen Anwender*innen und Expert*innen ergab ein sehr vielschichtiges Bild zu den verschiedenen Motivationen und Erwartungen von älteren Menschen gegenüber automatisierten Fahrtechnologien. So wurden beispielsweise Themen wie Vertrauen, Interaktionsmöglichkeiten, Assistenz im Alltag und auch Datenschutz diskutiert. Besondere Unsicherheit besteht unter älteren Menschen dabei im Hinblick auf ihre zukünftige Rolle als Fußgänger*innen in einer Verkehrssituation mit automatisierten Fahrzeugen. „Hier empfiehlt es sich, Lösungsansätze gemeinsam mit älteren Personen und anderen Verkehrsteilnehmer*innen mit speziellen Bedürfnissen, wie beispielsweise Kindern oder Radfahrer*innen, zu erarbeiten und die Ergebnisse in entsprechende Regulierungen einfließen zu lassen“, so Peter Fröhlich. Das Ziel sollte dabei eine Standardisierung der Kommunikation automatisierter Fahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen sein.

Unterstützung im Alltag durch innovative Mobilitätslösungen

Weitergehende Lösungen im Mobilitätssystem, die über das automatisierte Fahrzeug hinausgehen, wurden durch die Befragten als sehr interessant angesehen. Etwa die Möglichkeit der Übermittlung personalisierter Anforderungen an das bestelle Taxi oder den Bus (z.B. Platz für einen Rollstuhl). „Alle Teilnehmer*innen der Workshops konnten sich vorstellen, einen auf die individuellen Bedürfnisse angepassten Shuttle-Service zu nutzen. Für solche Bereiche besteht auch eine gewisse Zahlungsbereitschaft“, berichtet Peter Fröhlich. Aber auch automatisierte Roboter-Trolleys, die die Einkäufe nach Hause bringen, bis hin zu Rollstühlen mit Notfallassistenten und Rollatoren mit intelligenten Navigationssystemen sind spannende Helfer für den Alltag.